10.03.10 11:03 Alter: 6 yrs

Fünf-Minuten-Interview für die Zeitschrift CHEManager mit Klaus Neuhaus-Wever, Geschäftsführer der KBS GmbH

 

KBS Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl ist das flächendeckende Rücknahmesystem für restentleerte Verpackungen aus Industrie und Gewerbe. Durch einen Zeichennutzungsvertrag mit KBS können sich Unternehmen der abfüllenden Industrie von der gesetzlichen Rücknahmepflicht ihrer im deutschen Markt verkauften Verpackungen befreien. Das Unternehmen sowie seine Entsorgungspartner sind zertifiziert und bieten den Kunden ein umweltgerechtes und wirtschaftliches Dienstleistungspaket zur Verwertung von Stahl- bzw. seit 2008 auch von Kunststoffverpackungen. Es existieren rund 300 Annahmestellen, worunter sich 120 Aufbereitungsunternehmen befinden. 

CHEManager: Herr Neuhaus-Wever, was hat sich konkret seit der letzten Novelle der Verpackungsverordnung für Abfüller von chemisch-technischen Gütern verändert?

K. Neuhaus-Wever: Die 5. Novelle der Verpackungsverordnung fordert seit 2009 eine verstärkte Transparenz der von Befüllern in den deutschen Markt verkauften Verpackungen. Damit werden die Behörden in die Lage versetzt, Befüller besser auf Ihre Rücknahme-und Verwertungspflicht zu überprüfen. Trittbrettfahrern, die sich diesen gesetzlichen Pflichten bisher entzogen haben, wird dadurch das Leben deutlich erschwert und Wettbewerbsgleichheit in der Frage der Entsorgungskosten zwischen den Akteuren der befüllenden Industrie hergestellt.

"In welcher Weise werden KBS-Lizenznehmer durch Ihr Rücknahmesystem entlastet?"

K. Neuhaus-Wever: Abfüller, insbesondere im chemisch-technischen Bereich, haben häufig Kundenstrukturen, die sehr stark dem industriell-gewerblichen Bereich zugeordnet werden können. Damit sind Sie nicht gezwungen, diese Verpackungsmengen in dualen Systemen anmelden zu müssen, sondern können sich bei speziellen Entsorgungssystemen wie KBS deutlich günstiger lizenzieren lassen und genügen damit dennoch allen gesetzlichen Verpflichtungen.

Als eigene Schöpfung der Stahlindustrie und der Metallverpackungen herstellenden und recycelnden Industrie ist KBS außerdem als Non-Profit-Organisation unterwegs und kann auch daher günstigste Konditionen bieten. Sie hat gleichzeitig die Rückendeckung dieser Branche und ist, anders als andere Mitbewerber - "aus der Branche, für die Branche" - tätig.

Was ist, wenn ein Hersteller unterschiedliche Verpackungsmaterialien einsetzt und nicht nur Verpackungen aus Metall?

K.Neuhaus-Wever: Obwohl KBS sich seinem Namen entsprechend zunächst auf Metallverpackungen spezialisiert hatte, ist heute bei Bedarf auch die Mitentsorgung anderer Verpackungsmaterialien nach Abstimmung möglich. Hier folgen wir einem immer häufiger vorgetragenen Kundenwunsch insbesondere aus dem Bereich der Abfüller von chemisch-technischen Produkten.

Wie unterscheidet sich KBS von anderen Rücknahmesystemen?

K. Neuhaus-Wever: KBS ist ein Rücknahmesystem nach § 11 der Verpackungsverordnung und wird als so genannter "Beauftragter Dritter" für die abfüllende Industrie tätig. Es handelt sich also explizit nicht um eines der dualen Systeme, die speziell im Bereich der haushaltsnahen Entsorgung von Verpackungen tätig sind.

Sollte ein Abfüller seine gesamte Absatzmenge im industriell-gewerblichen Sektor verkaufen und die privaten Haushalte überhaupt nicht bedienen, so braucht er auch keine Vollständigkeitserklärung abzugeben. KBS übernimmt mit seiner flächendeckenden Struktur von Annahmestellen und Aufbereitungsunternehmen aus der Recyclingbranche die Verwertung seiner gesamten in den Verkehr gebrachten Verpackungsmenge und garantiert die stoffliche Verwertung.

 

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